Menstruation = Unreinheit?
Jeder weiß, dass es das natürliche Los der Frau ist, einmal monatlich zu bluten. Das ist ganz normal, wird hierzulande von niemandem als ´abnormal´ oder ´ungesund´ angesehen. Als kleines Mädchen wartet man gespannt darauf, wann man denn endlich zur Frau wird, vor allem, wenn die beste Freundin schon längst zu dieser Gruppe gehört. Natürlich gibt es auch andere kleine Mädchen, die etwas Angst davor haben und sich in jungen Jahren wünschen, dass das nie passiert. Nichtsdestotrotz erzählen liebevolle Mütter ihren kleinen Mädchen, dass das nichts Schlimmes ist, sie damit erwachsen werden und Kinder bekommen können.
Muslimischen Mädchen werden allerdings zudem noch andere Sachen erzählt. Für viele fängt mit dem Einsetzen der Menstruation das Tragen des Kopftuches an. So sind sie für die Außenwelt sofort gebrandmarkt. Jeder weiß nun, dass dieses Mädchen ihre Tage hat, zur Frau geworden ist und somit geheiratet werden kann. Außerdem herrschen nun neue Verhaltensregeln. In der Menstruationsphase gelten Muslime als ´unrein´. Sie sind von den täglichen fünf Pflichtgebeten ausgeschlossen, dürfen den Koran nicht anfassen und keinen Beischlaf mit ihren Ehemännern pflegen. Ihnen wird erzählt, dass sie eine Gebetspause haben, in der die Engel ihre Gebete für sie verrichten. Das klingt eigentlich recht angenehm und kann als Vorteil ausgelegt werden: Die Frauen müssen weniger beten als die Männer und zudem werden ihre Gebete durch reinste Engel gesprochen. Doch wenn man von diesem ´Vorteil´ absieht, entdeckt man einige Nachteile. Zum Einen ist Frau wieder einmal gebrandmarkt. Die ganze Familie weiß: Aha, nun hat die Frau ihre Tage. Auch das Freitagsgebet in der Moschee (welches mit dem christlichen Sonntagskirchgang zu vergleichen ist), ist ihr verwehrt. Die Frau wird von ihrem Mann gemieden, das sie ja als ´schmutzig´ abgestempelt wird. Wenn man tagein und tagaus gewohnt ist, seine fünf Gebete zu verrichten, ist es bestimmt nicht so einfach, wenn man darauf zu verzichten hat. Vor allem sind sich diese Frauen ja in der Zeit bewußt, dass sie ´schmutzig´ sind. Was ist das für ein Gefühl, wenn man etwa 1 Woche pro Monat als ´unreines Wesen´ abgestempelt wird? Kann ich da noch stolz darauf sein, eine Frau zu sein, die angeblich laut Hadithen dreimal soviel Wert ist, wie der Mann? Was ist, wenn diese Frau das Bedürfnis hat, zu Gott zu sprechen? Vielleicht steckt die Familie gerade in einer schweren Situation und möchte um den Beistand Gottes bitten? Nein, sie darf nicht beten. Tut sie es doch, ist es erstens eine Sünde und zweitens werde diese Gebete garantiert nicht von Gott erhört. Da der Fastenmonat Ramadan 30 Tage ausmacht, ist es vorprogrammiert, dass die Frauen auch hier von ihrer ´Unreinheit´ heimgesucht werden. Ein Moslem wird Ihnen nun erzählen, dass die Frauen einen Vorteil haben, da sie ihr Fasten in der Zeit brechen dürfen! Welch eine Gnade Gottes! Wie bitte fühlt man sich in einer Gesellschaft, wo alle um einen herum fasten und man selbst essen soll? Hierbei sei angemerkt, dass die Frau nach Ramadan das verlorene Fasten nachzuholen hat (wenn alle um sie herum essen), von den Gebetsnachholungen ist sie allerdings befreit (das machen ja die Engel für sie). Und auch hier gilt wieder: Fastet die Frau trotz ihrer Menstruation, so gilt das Fasten als nichtig und wertlos vor Gott! (wie Gebete, siehe oben)
Die andere besondere Regel ist das schon erwähnte Verbot auf Beischlaf mit dem Ehemann. Dahinter besteht die Gefahr, dass der Mann durch das Blut der Frau krank werden könnte. Als ich diese hörte, hätte ich laut aufschreien können! Wäre dem so, hätte man uns sicherlich im Sexualkundeunterricht über diese Gefahr aufgeklärt! Wie konnte man nur so etwas Unlogisches verbreiten? Ich selbst fragte unabhängig voneinander meine Frauenärtzin und den Hausarzt. Beide verneinten die Gefahr einer Krankheit. Im Gegenteil: Angeblich kann das Blut der Frau für den Mann unter gewissen Bedingungen sogar heilend wirken! Ob letzteres der Fall ist, sei dahingestellt. Meiner Meinung nach sollte es jedem Menschen selbst überlassen sein, wann und wo und wie er denn gerne mit dem Partner verkehren möchte. Viele islamische Gelehrte rechtfertigen mit der Menstruation der Frau auch die Erlaubnis für einen Moslem, vier Frauen ehelichen zu dürfen. Schließlich könne die Frau ja aufgrund der Menstruation einer sehr wichtigen Ehepflicht nicht nachkommen! Der Mann hat aber nunmal seine Bedürfnisse und durch ein, zwei oder drei mehr Ehefrauen kann er diese Bedürfnisse dann auch befriedigen. Was für eine scheußliche Vorstellung!
Ich denke, wenn man diesen Artikel mit ein wenig Verstand liest, kann man NICHT erkennen, dass die Frauen gegenüber den Männern Vorteile haben. Im Gegenteil: Aufgrund einer natürlichen oder/und durch Gott (sofern es ihn gibt) gegebenen Tatsache, werden sie von der Gesellschaft herausgestellt und diffamiert!