Essensregeln
Viele Menschen bringen mit dem Wort ´Islam´ seine 5 Säulen in Verbindung. Außerdem wissen die Mehrheit, dass Moslems Alkohol verwehrt ist und auch Schweinefleisch. Im Prinzip hört es sich gar nicht so schwer an, diese Essensregeln zu befolgen. Zuviel Alkohol ist eh ungesund und fördert die Suchtgefahr und Schweinefleisch läßt sich gut durch Rind, Kalb, Pute, Huhn,... ersetzen. Doch es geht nicht nur um den puren Genuss von Alkohl oder einem Wiener Schnitzel! Es geht um mehr: Neben diesen ganz offensichtlichen Lebensmitteln sind auch ganz harmlos erscheinende Lebensmittel verboten. Zum Beispiel darf man nicht einfach eine Erdbeermarmelade kaufen, sofern sie Gelatine enthält! Auch Mousse au Chocolat ist einem Moslem verwehrt, wenn sie gelatinehaltig ist. Gummibärchen jeglicher Art- verboten! Warum das so ist? Ganz einfach: Mit ´Schweinefleisch´ wird das ganze Schwein ansich als ´unrein´ betrachtet. Da die Moslems nicht genau wissen, WO sich das unreine Stück vom Schwein befindet, verzichtet sie also auf das gesamte Schwein und jegliche Nebenprodukte, die entstehen könnten (so eben Gelatine). Gerne erzählen einem Moslems, dass zuviel Konsum vom Schweinefleisch so etwas schönheitsstörendes wie ´Besenreißer´ und Krampfadern verursachen. Ein bibelkenntlicher Moslem wird auch erzählen, dass Schweinefleisch auch im Alten Testament verboten war und somit Millionen von Christen täglich Sünde begehen! Um beim Fleisch zu bleiben: Wichtig ist nicht nur, dass das Essen nicht schweinelastig ist, sondern auch, dass das Vieh richtig geschlachtet wurde. Im Koran steht sinngemäß, dass nichts gegessen werden soll, über dem nicht das Wort Allahs ausgesprochen wurde. So ist es also zu erklären, dass viele Moslems ihr Fleisch nicht im Supermarkt um die Ecke kaufen, sondern in einem speziellen Geschäft, welches Schächterlaubnis hat. Hierbei sei angemerkt, dass einige Moslems es allerdings für ausreichend befinden, wenn sie selbst vor dem Essen den Namen Gottes über ihrer Mahlzeit aussprechen und so das Essen genung gesegnet sei. Wenn man seine Mitmenschen beobachtet, kann man dann doch auch einige entdecken, die ihr Fleisch ganz normal von der Fleischtheke im Supermarkt holen. Geschächtetes Fleisch ist nämlich oft um einiges teurer!
Nun zum Alkoholverbot: Wie schon erwähnt darf ein Moslem nicht nur keinen Wein oder kein Bier trinken, sondern auch auf diverse andere Dinge verzichten. So zum Beispiel auf einen Eierlikörkuchen, obwohl jeder Mensch weiß, dass man durch den Verzehr dieses Kuchen allenfalls Bauchschmerzen bekommt, nie aber in einen Trunkenheitszustand verfallen wird. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn der Kuchen bei ca. 180 °C im Ofen gebacken wird, verdampft der Alkohol und hinterläßt nur noch ein Aroma. Ähnliches gilt bei einer leckeren Weinsoße. Zugegeben, hier kann der Alkoholgehalt noch sehr gut nachgewiesen werden, aber ist schonmal jemand aufgrund von Weinsoße betrunken geworden?
Anfangs dachte ich, dass diese Essenregeln das Einfachste zum Befolgen der ´göttlichen Regeln´ sind. Aber schnell wurde ich um ein Besseres belehrt.
Um ein ´guter Moslem´ zu sein, muß man beim Einkaufen höllisch aufpassen. Leicht landet mal etwas im Einkaufswagen, was nicht als ´halal´ bezeichnet werden kann, wenn man peinlich korrekt sein möchte. Es ist hier fraglich, ob der liebe Gott tatsächlich Wert darauf legt, WAS in unsere Mägen kommt. Vielmehr könnte ich mir vorstellen, dass er bedacht darauf ist, was aus unseren Mündern und unseren Herzen kommt.